Werbung in Verbindung mit Umweltschutz klingt gut und als Verbraucher fühlt man sich gleich viel besser, wenn man derartig angepriesene Produkte kauft: „Besteht aus recyceltem Papier.“ „Zu 100 Prozent recycelbar.“ „Kompostierbar und biologisch abbaubar.“ Aber Achtung! Einige dieser Angaben sind irreführend.

Papierkühltasche aus recyceltem Papier  – gehört nicht in die Papiertonne!

Beispielsweise sind sogenannte Papierkühltaschen, die von Lebensmittelanlieferern genutzt werden, nichts für die Papiertonne, obwohl die Hersteller damit werben.

Eine solche Art von Verpackung gehört in den Gelben Sack, da es sich um ein Verbundmaterial handelt. Verbundmaterial bedeutet, dass die Verpackung aus zwei oder mehreren miteinander verbundenen Materialien besteht.

Die besagte Papierkühltasche besteht aus einer „Papierwatteschicht“, die fest in einer Kunststoffhülle eingeschweißt ist. Eigentlich müssten die Verbraucher die Kunsttoffhülle öffnen und die Papierwatteschicht entnehmen. Die Kunststoffhülle kommt in den Gelben Sack und die Papierwatte in den Restmüll (so wie Papiertaschentücher oder Küchenpapier nach Nutzung).

Kompostierbare Plastiktüten dürfen nicht die Biotonne!

Nächstes Beispiel: Wer Bio-Müllbeutel kauft, denkt, er tue der Umwelt etwas Gutes und wirft reinen Gewissens den biologisch-abbaubaren Plastikbeutel in die Biotonne. Denn meist steht auf den Verpackungen „kompostierbar“ oder „für die Biotonne geeignet“.

Im Kompostierwerk wird dieser Biokunststoff jedoch nicht zu wertvollem Kompost, dafür dauert der Zersetzungsprozess viel zu lange. Da Bio-Müllbeutel aus Plastik bis zu zwölf Wochen zur Zersetzung benötigen, sind sie sowohl für die Kompostierung als auch für die Vergärung nicht geeignet. Fazit: Biologisch abbaubare Kunststoffbeutel dürfen nicht in die Biotonne.

Wenn schon Tüte, dann aus Papier! Im Handel erhältliche kompostierbare Papiertüten saugen die auftretende Feuchtigkeit bei Bioabfällen gut auf und binden Gerüche.

Kompostierbares Einweg-Geschirr ist ebenfalls nichts für die Biotonne!

Weil es sich umweltbewusster anhört, verwenden mittlerweile viele Menschen Besteck und Geschirr aus Bambus, Zuckerrohrfasern oder Palmblättern bei der Gartenparty. Doch Vorsicht! Auch wenn von verschiedenen Herstellern auf der Produktverpackung versprochen wird, dass dieses Geschirr biologisch abbaubar sei, über die Biotonne darf es nicht entsorgt werden.  Denn der Zersetzungsprozess bei diesen Produkten dauert ebenfalls zu lang.

Außerdem warnen Verbraucherzentralen in Deutschland davor, dass beispielsweise das Bambusgeschirr zusätzliche Kunststoffe enthält, die gesundheitsschädlich sein können. Daher gehört das vermeintliche Bio-Einweggeschirr in den Restabfallbehälter. Auch für den heimischen Komposthaufen empfehlen wir es nicht. Viel besser ist es, ganz auf das Einweggeschirr zu verzichten und das wiederverwendbare Geschirr aus Porzellan oder Keramik zu nehmen.